
Cubicles?
March 29th, 2007 by Hanno Zulla
Wir arbeiten in einem Großraumbüro und unsere Tische sind in Vierer- oder Dreiergruppen angeordnet.
Das ging eine ganze Weile ganz gut, aber so langsam nervt uns der allgemeine Lärmpegel: Telefonate, Gespräche zwischen Entwicklern.
Ein Test mit “Lärmschutzwänden” verlief enttäuschend: Jetzt sieht man seinen Kollegen nicht mehr, aber hört ihn nach wie vor klar und deutlich.
Der freundliche Vertriebsmann der teuren Stellwände erklärte uns dann, dass wir bei unserem Büro mit dieser Lösung keine großartige Lärmdämmung erwarten konnten. Großartig, genau das war, was wir ursprünglich gefordert hatten…
Also gut: Vielleicht doch das Büro aufteilen? Da wollen wir mal fragen, wie andere Firmen den Umstieg vom Großraumbüro zu kleineren Parzellen angegangen sind und wie zufrieden sie dann mit dem Ergebnis waren. Wir bitten um Erfahrungsberichte.
Hanno fragt in Cubicles?: “Also gut: Vielleicht doch das Büro aufteilen? Da wollen wir mal fragen, wie andere Firmen den Umstieg von Großraumbüro in kleinere Parzellen angegangen sind und wie zufrieden sie dann mit dem Ergebnis waren. Wir bitten um Erfahrungsberichte.”
Dazu mein Eindruck während meines Crashcurses bei web.de damals und einige wichtige Erfahrungswerte…
http://blog.koehntopp.de/archives/1632-Grossraumbuero.html
http://www.flickr.com/photos/isotopp/438633135/
Ich habe lange in einem ehemaligen Grossraumbüro gearbeitet, das dann mit Glaswänden unterteilt war – das habe ich als sehr, sehr angenehm empfunden.
Es waren halt Wände reingezogen, die ab Scheibtischhöhe bis oben mit normalen großen Fenster durchbrochen waren.
Vorteil: ich hatte immer noch das Gefühl mit allen zusammen zu sitzen, der Raum war weiter groß und hell, aber man konnte eine Tür hinter sich zu machen, wenn man es leiser brauchte und auch mal eine Jalousie zu machen, wenn man sich mal konzentriert abschirmen musste.
Fazit: bestimmt nicht ganz billig aber sehr empfehlenswert.
See http://joelonsoftware.com/articles/BionicOffice.html
Cubicles – schlimmstenfalls fußballfeldgroße Flächen von Einzelzellen – sind genauso Mist wie Großraumbüros.
Was gut geht: 2, vielleicht auch 3-4 Leute zusammen in eine “Zelle” (ca. 25 qm) – je nach Besucherandrang und Telefonaktivität. Jede Zelle hat durch teilverglaste (Leichtbau-) Wände Blickkontakt zu den Nachbarn. Durch “innere” Türen kommt man in einer Art Durchgang von Zelle zu Zelle, man kann sich also besuchen. Die “äußere” Tür geht zum öffentlichen Gang. Das geht, wenn die Großfläche nicht viel breiter als 8m für eine oder 14m für 2 Reihen Zellen ist. Fensterfront sollte schon sein, denn Innenzellen sind nicht als Arbeitsplatz zumutbar, wohl als Bespr.-Ecke, Klo oder Küche…
Einzelzellen sind und tun nicht gut, es sei denn, man hätte die ganze Zeit Besuch.
Es muss ja nicht gleich so ein super-Design wie bei joel sein – die Richtung ist aber OK. Lieber ein langweilig gestaltetes, funktionales Büro als eine nervige Designlösung.
Ich arbeite jetzt einige Jahre in so einem Setting (2 feste Plätze pro Büro mit 1×2m-Hubtischen gegenüber + 1 Praktikantenplatz an der Stirnseite) – das ist wirklich gut!
Wir haben gerade unser altes Grossraumoffice im neuen Büro von einzelnen 3-4-Leute-Inseln auf jeweils eine grosse Insel in der Mitte umgestellt, vor allem der agilen Idee der “Osmotic Communication” folgend. Natürlich wollten die Entwickler lieber jeweils Zweier-Offices, so dass man die eigene Arbeit bequem und ungestört erledigen kann. Was eigentlich eine gute Sache ist, aber gerade in Multiprojekt-Environments wie bei uns spürbar Effizienz kostet. Bei der grossen Insel in der Mitte gab es nach einigen Wochen Praxis aber eine allgemeine Akzeptanz, weil hier der höhere Grad an Kommunikation und Informiertsein zu merken war.
Für heisse Projektphasen gibt es zukünftig einen War Room, in dem sich das Projektteam abschotten kann. Wir haben in diesen Phasen auch gute Erfahrungen mit einer Side-By-Side-ähnlichen Sitzordnung gemacht, bei der 4 Entwickler gemeinsam an einer 1.60×1.60-Insel sassen. Auf Anhieb fühlt es sich sehr gedrängt an, aber es ermöglicht eine sehr nahtlose und integrierte Zusammenarbeit.
Trotzdem: das Schallproblem haben wir auch, und haben deshalb die Büros mal von http://www.muellerbbm.de/ durchmessen lassen. Das Ergebnis gleicht dem von Kris beschriebenen: der meiste Schall kommt über die Decke. Daher werden jetzt die bereits vorhandenen Deckenquader gegen welche mit Schalldämpfung ausgetauscht, ich melde mich hier im Blog, ob die Massnahme Erfolg zeigt – laut Schallschutztechniker sollte es das tun.
Ein Fan von Grossraumbüros und Teamzimmern bin und bleib ich trotzdem – die fühl- und messbare Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit innerhalb der Teams ist gerade in zeitkritischen Projekten ein grosser Vorteil.